Demo gegen den Pelzhandel bei Escada und gegen Tierversuche bei Covance am 14.6.

Am 14. Juni fanden sich ca. 350 Demonstranten vor Münsters Hauptbahnhof ein, um den Tieren eine Stimme zu geben. Darunter befanden auch wir uns: Michaela, Frank, Anke, Jens, Lisa und Verena. Organisiert wurde die Demonstration vom Team der Nord-Demo in Zusammenarbeit mit der MIT (Münsteraner Initiative für Tierrechte). Aber auch viele andere Tierrechtsorganisationen und Tierrechtler – teilweise von weither angereist – wollten es sich nicht nehmen lassen, ihre Stimme gegen Qual, Folter und Ausbeutung zu erheben. In erster Linie richtete sich die Demo gegen den Modekonzern Escada, und gegen das in Münster ansässige Tierversuchslabor Covance. Aber grundsätzlich gegen jede Form der Tierausbeutung, wie auch z. B. gegen Fleischkonsum, die Jagd, das Angeln, den Konsum von "Tierprodukten" wie Leder, Gelatine...

 

Auszug aus einem Flyer des Orga-Teams der Nord-Demo:
"Warum eine Demo gegen den Pelzhandel?
Das einstige Status- und Herrschaftssymbol "Pelz" ist mittlerweile zur erschwinglichen Massenware geworden und findet in Form von Applikationen und Besätzen Einzug in die Mode aller Gesellschaftsschichten. Mehr als je zuvor trägt der Mensch Pelz, egal ob als ganzer Mantel, oder "nur" am Kragen angebracht, die Spuren der Macht an sich : Die Macht über 40 Millionen sog. "Pelztiere", die jährlich für die Pelzindustrie in engen Käfigen gezüchtet und schließlich vergast, erschlagen, oder per Stromschlag getötet werden. Doch die Pelzindustrie ist illegitim und angreifbar, wie die Vergangenheit gezeigt hat. [...]

 

Warum eine Demo gegen Covance?
Covance ist der weltweit größte Tierversuchskonzern und betreibt hier in Münster ein Primatenlabor, in dem jährlich über 1000 Affen ermordet werden. [...]
Die Idee, Leben vermeintlich zu retten, indem anderes zerstört wird, ist absurd [...]."

 

Nach einer ca. halbstündigen Verzögerung setzte sich der Zug, der bereits lauthals rufenden, pfeifenden und Sirenen ertönenden Menge in Gang, Richtung Innenstadt.


Mit vielfältigen Transparenten – mit Wort und Bild – wurde auf das Leid, das viele Tiere durch die Machtdemonstration und die unsagbare Grausamkeit "des Menschen"; erleiden müssen, aufmerksam gemacht:
"Für die Einen ist es Folter, die Anderen nennen es Wissenschaft – für tierversuchsfreie Forschung"
"Escada aus dem Pelzhandel kicken – Tiere sind keine Ware"
"Ich vermisse sie – meine Mama hängt bei Escada" stand unter dem Bild eines Waschbärbabys...

 

Besonders beeindruckend wirkte die überdimensionale Flagge mit der Abbildung eines Fuchses – Füchse werden besonders häufig zur "Pelzgewinnung" auf Pelzfarmen gezüchtet. Ebenso "beeindruckend" war das riesige Polizeiaufgebot. Ziemlich schwer bewaffnet liefen die Polizisten neben, vor und hinter den Demonstranten.

 

Bei McDonald´s auf der Ludgeristraße angekommen, wurden die Proteste noch lauter. Parolen wie "iere wollen leben – Fleisch ist Mord" wurden dem Geschäft entgegen gerufen. Einige Teilnehmer versuchten ihren Unmut direkt vor Ort kundzutun, wurden aber sofort von der Polizei zurück in die Menge gebracht. Einige Zeit später, bei Escada angekommen, fand dann das anfangs bereits angekündigte "Die-in" statt. Hierbei legten sich alle Demonstranten aufs Kopfsteinpflaster, um die "Opfer der Tötungsmaschinerie ins Gedächtnis zurück zu rufen" (Melanie Holzmann, Demo-Sprecherin). Der Effekt war groß: viele Passanten blieben stehen und äußerten ihren Zuspruch, als sie begriffen worum es ging. Es war ein beeindruckendes Bild, all die Leute auf der Erde liegen zu sehen – liegend und ein Zeichen setzend.

 

Nach einer Kundgebung ging es weiter: über den Prinzipalmarkt und Richtung "Pelz Mersmann", wo es eine weitere Kundgebung zum Thema Pelzhandel gab. Anschließend setzte sich der Zug wieder in Bewegung, die Warendorfer Straße entlang und dann zum Bahnhof zurück, wo die Demo endete. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es eine gut organisierte Demo war. Es war ein gutes, erfüllendes Gefühl, daran teilzunehmen, auch wenn wir nicht so lautstark zu hören waren wie viele andere. Es gibt viele Arten, den Tieren seine Stimme zu leihen.

 

www.antifur-campaign.org
www.anti-pelz.org
www.die-tierbefreier.de